Una cerveza, por favor: Mahou macht in Deutschland sein Fass auf

Corporate Marketing Direktorin von Mahou Mónica Borner Manso

Warum Mahou sich plötzlich für Deutschland interessiert und mit welchen Bieren die spanische Marke hierzulande antritt, verrät das Interview mit der Corporate Marketing Direktorin von Mahou, Mónica Borner Manso.

Sobald es in Spanien um Bier geht, kommt man am Familienunternehmen Mahou San Miguel nicht vorbei. Mit den Marken Mahou, Marktführer in Spanien, San Miguel sowie Reina und Cervezas Alhambra geben die Großbrauer aus Madrid den Ton an. Seit jüngstem verfolgt die Marke Mahou mit Nachdruck die Internationalisierung des Geschäfts. Nach ersten Erfolgen im nahen Portugal und im fernen Chile zeigt Mahou nun in Deutschland verstärkt Präsenz. Beim diesjährigen Bar Convent Berlin (BCB) stellte Mahou die komplette Range seiner Biere vor. Von dem allen Spanienreisenden bekannten Cinco Estrellas bis hon zu den Spezialitäten der Marken Maestra, Barrica und Casimiro Mahou.

Dort sprach der Connaisseur Consumer Blog mit Corporate Marketing Direktorin Mónica Borner Manso über Tradition und Bierkultur von Mahou sowie die Pläne für Deutschland.

 

Frau Borner, Mahou hat sich viel vorgenommen in Deutschland. Warum zieht es die Marke in den schwierigen, deutschen Biermarkt?

Wir sind bereits in Deutschland präsent durch unsere Zusammenarbeit mit Warsteiner. Zum anderen muss man diesen Schritt in die fortschreitende Internationalisierung von Mahou einordnen. Immerhin ist Spanien der drittgrößte Biermarkt in Europa, und wir stellen gute Biere her, selbst wenn das außerhalb Spaniens nicht so bekannt ist. Sicherlich haben beispielsweise deutsche Biere international einen besseren Ruf als unsere. Jedoch glauben wir, dass nicht nur unsere Biere, sondern auch die Besonderheiten ihrer Herstellung samt ihrer Geschichte und Tradition sich durchaus für den Export eignen.

Das funktioniert natürlich nur Schritt für Schritt, aber unsere Erfahrungen beispielsweise in Portugal oder Chile sind sehr positiv. Zudem glauben wir, dass Mahou auch die richtigen Biere für den internationalen Markt anbietet. Viele kennen nur unser „Cinco Estrellas“, das muss sich ändern.

Wie erklären Sie nun den Deutschen, dass sie mehr spanisches Mahou trinken müssen?

Beginnen kann man dann doch mit dem „Cinco Estrellas“, einem sehr erfrischenden Bier, mit nicht zuviel Alkohol. Ein typisches spanisches Bier zum Ausgehen, sehr zugänglich und unkompliziert, das für unseren ebenso unkomplizierten und offenen Lebensstil steht. Dazu passt auch, dass Mahou stark auf die Gastronomie setzt, wo wir den Konsumenten außergewöhnliche Momente gemeinsamen Biergenusses verschaffen, beispielsweise durch Kulturveranstaltungen.

 

 

Sie zeigen auf dem Bar Convent Berlin aber auch andere Biere. Ich denke da an das Maestra Doble Lúpulo oder die Biere mit Fasslagerung. Treten Sie mit diesen Bieren auch gegen die Gilde der Craft Beers an?

Erst einmal vorab gesagt, gefällt es uns als Unternehmen, das Bier herstellt und mit mehreren Marken im Markt präsent ist, was die Craft Beer Bewegung anstößt. Alles, was auf die Qualität von Bier einzahlt, können wir nur begrüßen. Allerdings glauben wir nicht, dass der Unterschied zwischen Craft Beer und konventionell hergestelltem Bier so groß ist.

Wir geben viel auf unser Know how und Qualitätsbewusstsein, beginnend bei den Zutaten bis zu den eigentlichen Prozessschritten in der Herstellung. Wir sind Marktführer in Spanien und unsere Kunden verlangen, gleich für welches Bier sie sich entschieden haben, immer exakt die gleiche Qualität. Das heißt die gleiche Farbe, der gleiche Glanz, der gleiche Geschmack. Da agieren Craft Beers natürlich in einer anderen Welt.

Aber stehen die Craft Beer Hersteller, die sich inzwischen als Marken etabliert haben, nicht vor der gleichen Herausforderung?

Natürlich, um so mehr muss man darüber diskutieren, was Craft Beer oder handwerklich gemachtes Bier eigentlich bedeutet. Blicken wir auf die Zutaten, zum Beispiel den Hopfen, aber auch auf die Braustile, so ist es besser, von Kreativbieren zu sprechen. Und die Braumeister sind die Kreativen.

In Deutschland ist der durchschnittliche Craft Beer Trinker sicherlich jünger als der Freund konventioneller Biere. Wollen Sie mit den Spezialbieren wie von Maestra oder Casimiro insbesondere jüngere Leute ansprechen?

Die jüngeren Zielgruppen suchen einerseits das Neue, die Entdeckung, anderseits ist es ihnen wichtig, dass ein Bier authentisch ist, und dass sie wissen, wie das Bier perfekt zu genießen ist. Da setzen wir ein und erklären die einzelnen Schritte vom Glas über die Temperatur bis zum Verkosten des Biers. So vermitteln wir lebendige Bierkultur und können auf die neuen Entdeckungen unserer Biere hinführen.

Wo kaufen wir diese Biere? Finden wir sie auch im Supermarkt?

Traditionell setzen wir vor allem auf die Gastronomie, dort ist unser Produkt sicherlich am besten erlebbar. Um so mehr kümmern wir uns darum, dass unser Bier in der Gastronomie auch richtig ausgeschenkt wird. Davon hängt der Genussmoment des Bieres ja maßgeblich ab.

 

 

Wenn wir in die Zukunft schauen, was will Mahou in den kommenden zwei Jahren in Deutschland erreichen?

Die Verbraucher sollen wissen, dass Spanien sich nicht nur auf das Biertrinken, sondern auch auf das Brauen von Bier versteht. Sie sollen Mahou als Alternative zu den hier bekannten Bieren wahrnehmen und wissen, dass wir mit unterschiedlichen Bierstilen punkten können.

Wird es TV-Spots oder Anzeigen-Kampagnen geben? Welchen Medien und Maßnahmen sind geplant?

Das kann ich jetzt noch nicht beantworten. Wir schauen uns noch genau an, wo wir die relevanten Zielgruppen antreffen. Social Media wird wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen. Für uns ist der direkte Kontakt und Austausch mit den Konsumenten ganz entscheidend. Wir sehen uns ja als demokratische Marke.

Den deutschen Bierfreunden, die bislang nur das Cinco Estrellas kennen, empfehlen Sie persönliches welches andere Bier von Mahou?

Eigentlich sind es zwei Biere. Zuerst das Maestra Doble Lúpulo, dieses doppelgehopfte Bier bringt mit seinen Malz- und Hopfennoten absoluten Biergeschmack und ist dennoch einfach zu trinken. Eine klare Empfehlung. Darüber hinaus bin ich großer Fan des Mahou 0,0 Tostada. Dieses Bier ist vollkommen alkoholfrei, doch das schmeckt man nicht. Es steht also für vollen Biergeschmack ohne Promille und wir merken, dass ein Teil der Konsumenten genau in diese Richtung geht. Also unbedingt probieren.

 

 

Das heißt, Sie empfehlen uns ein alkoholfreies Bier?

Wieso nicht? Unsere Idee ist es, den Verbrauchern, die entschlossen haben, generell keinen Alkohol zu konsumieren, dennoch den vollen Biergeschmack zu bieten. Mahou 0,0 Tostada soll kein Bier sein, für Menschen, die keinen Alkohol trinken dürfen, sondern für jene, die es nicht wollen, aber Lust auf Bier haben.

Sind Biermixgetränke für Mahou interessant?

Wir müssen natürlich auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren, genauso wie wir es beispielsweise mit unserem glutenfreien Bier machen. Aber unserem Selbstverständnis nach sind wir eher die klassische Brauerei. Deshalb zeigen die Maestra-Biere oder die Casimiro-Biere deutlicher, wo Mahou seine Stärken hat.

 

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